Take it Easy Tiger


Das Wahrzeichen von Sihanoukville

Das Wahrzeichen von Sihanoukville

Von Kep bis nach Sihanoukville sind es mehr als 80 km. Die Straße ist inzwischen ausgebaut und in gutem Zustand. Der Weg geht durch ebenes Land vorbei an Reisfeldern, Wasserbüffeln und kleinen Dörfern. Auf dem Weg passiert man das Städtchen Kampot, in dem viel mehr los ist als in Kep. Hier gibt es viele Hotels und Guesthouses, man sieht relativ viele Westler, vor allem aber Backpacker.

Sihanoukville ist eine große Baustelle. Überall entstehen neue Hotels, Casinos und Straßen. Ein Großteil der Hotels und so gut wie alle Casinos werden von Chinesen gebaut, die chinesische Arbeiter und später in den fertig gestellten Resorts chinesische Angestellte beschäftigen. Der Nutzen für Kambodscha ist gleich null.

in der Swiss Villa in Sihanoukville

in der Swiss Villa in Sihanoukville

Unser Taxifahrer war zwar von unserer Unterkunft in Sihanoukville geschickt worden, aber wegen der vielen neuen und noch nicht passierbaren Strassen dauerte es eine ganze Weile, bis er uns bei der Swiss Villa absetzen konnte. Wir hatten schon vor 4 Jahren bei Peter und Moni gewohnt, damals im Swiss Garden. Dieses Guesthouse haben sie inzwischen weitergegeben und nun betreiben sie nur mehr diese kleine schweizer Oase mit gerade mal 5 Zimmern, 2 Hunden und 4 Katzen. Peter bietet inzwischen geführte Touren in ganz Kambodscha an und das Business scheint ganz gut anzulaufen. Die Swiss Villa liegt in einem gemütlichen Garten, der von einer Mauer umgeben ist. Die Zimmer sind sehr groß und hell und haben Klimaanlage und Ventilator. Und in jedem Zimmer ist ein Wasserspender, sodass man immer Trinkwasser zur Verfügung hat. Das war für zwei durstige Seelen, wie Luzie und ich es sind, natürlich perfekt!

Frühstück in der Swiss Villa in Sihanoukville

Frühstück in der Swiss Villa in Sihanoukville

Das einzige Manko der Swiss Villa ist die Entfernung zum Strand. Man muss doch ein Stückchen gehen. Der Weg führt entweder über die noch nicht fertige Strasse oder über Feldwege. Wir machten unseren ersten Ausflug abends und konnten uns bei der Dunkelheit kaum orientieren. Es ist auch ziemlich gruselig auf einem kleinen Trampelpfad zu gehen und rundherum raschelt immer wieder etwas – eine Schlange, eine Eidechse, ein Kätzchen, eine Ratte? Wobei mir vor allem ersteres nicht ganz so egal gewesen wäre… An der größeren Strasse angelangt, mussten wir uns vor einer rückwärts fahrenden Straßenwalze in Sicherheit bringen. Das artete ja fast in Abenteuerurlaub aus …

Am Strand gibt es mehrere Lokale. Man sitzt in bequemen Korbstühlen mit den Füßen im Sand und Blick auf das Meer da, genießt die kühle Brise, ein eiskaltes Bier und gutes, kambodschanisches Essen. Die Spezialität des Restaurants, in dem wir waren, ist Kambodschanisches Pankake. Eine Palatschinke, die mit faschiertem, pikant abgeschmecktem Schweinefleisch gefüllt ist. Dazu gibt es eine ganze Schüssel Kräuter und alle möglichen Arten von Salatblättern und eine Sauce mit Chili und gehackten Erdnüssen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem TukTuk in die Stadt und besorgten uns die kambodschanischen Sim-Karten, die Bootstickets für die Überfahrt nach Koh Rong Samloem, Insektenschutzmittel und Bargeld. In M’Pai Bay, wohin wir uns für eine Woche vertschüssen wollten, gibt es nämlich keine Bankomaten und es wird nur Bargeld akzeptiert. Es ist gar nicht so einfach vorab abzuschätzen wieviel Geld man brauchen wird. Wir wussten, was unsere Unterkunft kosten würde und die Kosten für den Tauchkurs konnten wir auch in Erfahrung bringen, aber den Rest? Und zu viel Geld wollten wir auch nicht mit uns herumtragen.

M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Zwei Tage später ging es los. Wir nahmen das frühe Boot und nur einen Teil unseres Gepäcks (den Rest konnten wir in der Swiss Villa unterstellen). Am Pier sagte man uns, dass das Boot nicht in M’Pai Bay halten würde und wir vorher aussteigen und dann zu Fuß gehen müssten. Ich hab die Männer dort gröbsten auf deutsch beschimpft, das musste einfach raus. Und scheinbar hat es geholfen – kurz vor Abfahrt kam jemand und sagte uns, dass wir bei der 3. Station – M’Pai Bay aussteigen müssen. Die Überfahrt war ruhig, das Boot relativ voll. Insgesamt waren wir keine Stunde unterwegs. Die Anfahrt an den Pier von M’Pai Bay ist sehr schön. Es ist eine geschützte Bucht mit einem Ort, der sich an einem Sandstrand erstreckt. Wenn man ausgestiegen ist, geht man über den Pier Richtung Ort. Schon an der Brücke gibt es 3, 4 Lokale und Shops. Dann geht es im Sand weiter. Am besten man zieht gleich mal die Schuhe aus…

M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Wir hatten im Easy Tiger Bungalows gebucht, weil die Tauchschule, bei der wir den Kurs machen wollten gleich daneben war. Als wir ankamen, war nur ein junger Mann hinter der Theke. Ich sagte ihm, dass wir gebucht hatten und er schaute nach und sagte: wir hätten Glück, es ist tatsächlich noch ein Bungalow frei. ???? Cooler Einstand! Der Bungalow war komplett aus Holz und auf Stelzen gebaut. Es gab 2 Betten mit Moskitonetz und Ventilator und ein Bad, bei dem der Boden neben der Toilette durchgebrochen war. Der Boden und die Wände hatten recht breite Spalten, sodass jedwedes Ungetier ganz leicht in den Bungalow gelangen konnte. Und zwischen Dach und Wand war auch genug Platz. Die Betten sahen nicht sehr sauber aus. Luzie’s Kopfpolster hatte ein Brandloch und auf den Leintüchern waren lauter Brösel. Die Moskitonetze waren schon einige Zeit nicht mehr gewaschen worden. Oben auf waren lauter tote Käfer und Holzspäne vom Dach. Gott sei Dank hatten wir die Seidenschlafsäcke mit, die Mutti uns geschenkt hat. Sonst hätten wir wahrscheinlich gar nicht geschlafen. Es gab auch keine Möglichkeit ein Gewand auf zu hängen oder irgendwas abzulegen. Und im Bad stand eine große blaue Tonne, über die wir rätselten: entweder deckte sie ein weiteres Loch im Boden ab, oder darin waren irgendwelche Leichenteile – bloß nicht rein schauen!!

Take it easy Tiger: Also steckten wir mal die Moskitonetze unter die Matratzen, als Luzie mich fragte: „Ist der echt?“ Sie zeigte auf einen richtig großen Gecko – eine Echse mit blauen und gelben Tupfen, die sicherlich 50 cm lang war – ohne den Schwanz mit zu messen. Sie saß in der Ecke des Zimmers in Augenhöhe und bewegte sich nicht. Oder doch? Ja, sie war echt – und wunderschön! Als wir nach dem Abendessen wieder in den Bungalow kamen, war sie verschwunden. Wir beschlossen die erste Nacht durch zu halten und uns am nächsten Morgen um eine andere Unterkunft zu kümmern. Die Nacht war endlos lang. Ständig regnete es vom Moskitonetz kleine, tote Käfer, die gerade so durch die Maschen passten. Es war wirklich grausig!

unsere Bungalows auf Koh Rong Samloem, M'Pai Bay

unsere Bungalows auf Koh Rong Samloem, M’Pai Bay

Am nächsten Morgen beim Frühstück trafen wir auf Simon, den Besitzer der Tauchschule. Wir schilderten ihm unseren Bungalow und er sagte, er würde uns etwas besseres besorgen. Und tatsächlich – nach dem Frühstück zeigte er uns einen anderen Bungalow. Der war etwas weiter landeinwärts aber brandneu und wunderschön. Und das für den selben Preis! Wir mussten nicht lange nachdenken und checkten gleich aus und wieder ein. Eine Wohltat. Sooo schön! Sooo sauber! Sooo neu! Jeden Tag, morgens und abends, stellten wir mit Luzie fest, wie froh wir waren, dass wir in so einem schönen Bungalow sein konnten. Ja, man wird wirklich dankbar für Dinge, die sonst selbstverständlich sind!

M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Wieder in der Tauchschule buchten wir für Luzie den Open Water Diver Kurs und für mich den Refresher. Ich hatte ja einen Tauchschein, war aber schon etliche (15) Jahre nicht mehr getaucht. Luzie’s erster Tag war Theorie. Ich konnte mich daneben setzen und so alles wiederholen, was ich schon lange vergessen hatte. Luzie hatte noch einen Kollegen: Ben. Er war der Sohn von Simon und auf Besuch. Am nächsten Tag ging es ans Eingemachte. Ich hatte irgendwie Angst, vor allem, weil wir all die Übungen mit Mundstück wechseln und Brille runter auch machen mussten. Ich hasste es! Das Mädchen, das mit mir und meinem Tauchlehrer mit war, konnte gar nicht tauchen, weil sie keinen Druckausgleich zusammen bekam und fürchterliche Ohrenschmerzen hatte. Also waren wir nur zu zweit. Aber mir war es gar nicht wohl so unter Wasser. Ich hatte dann oft das Gefühl, dass ich keine Luft mehr bekomme, oder einfach zu wenig. Und meine Maske beschlug die ganze Zeit und füllte sich dann wieder mit Wasser. Was eigenartig war, weil sie durch den Druck unter Wasser eigentlich fest auf das Gesicht gedrückt war. Und dann spürte ich, dass ich einen Hohlraum in einem meiner Zähne habe. Das tat höllisch weh! Also tauchten wir auf. Was war ich froh, als ich wieder richtige Luft atmen konnte!

Luzie machte der Tauchkurs Spaß. Sie machten auch allerlei Übungen, für manche brauchte sie etwas länger, aber sie hatte Spaß dabei. Ich wollte am liebsten gar nicht mehr unter Wasser. Aber bei mir stand noch ein Tauchgang aus. Den sollte ich gemeinsam mit Luzie und Ben bei ihrem letzten Tauchgang absolvieren. Also hatte ich noch ein wenig Galgenfrist. Aber zwei Tage später war es dann doch so weit. Ich nahm vor dem Tauchen noch Rescue Tropfen. Die halfen wenigstens ein bißchen. Dann konnte ich nicht untertauchen. Die Angst hielt mich an der Oberfläche. Jeder der taucht, weiß, was ich meine. James, der Tauchlehrer drückte mich einfach runter, nach ein paar Metern ging es dann. Dann hielt sich James an meiner Flasche fest, wohl auch um zu verhindern, dass ich wieder auftauchte, und ich paddelte los. Hin und wieder zeigte mir James in welche Richtung. Und dann waren da plötzlich vor mir riesige Fische! Gleich 7 Stück Cobias. Ich hab zuerst gedacht, es wären kleinere Haie. Da bleibt einem fast das Herz stehen.

Luzie und ihr Tauchlehrer James - Luzie ist nun PADI Open Water Diver! Auf Koh Rong Samloem

Luzie und ihr Tauchlehrer James – Luzie ist nun PADI Open Water Diver! Auf Koh Rong Samloem

Als wir wieder endlich auftauchten, hatten alle ihren Spaß mit mir! James sagte, er hätte noch nie so einen angenehmen Tauchgang gehabt. Er habe kein einziges Mal mit den Flossen schlagen müssen. Es war für ihn wie Taxi fahren, einfach bei mir dran hängen und ab ging die Post. Luzie und Ben sagten, sie wären mir fast gar nicht nach gekommen, so schnell wäre ich unterwegs gewesen. Dabei hatte ich gar nicht das Gefühl, dass ich so fest paddelte. Aber das wird die Angst gewesen sein. Ich hatte jedenfalls am nächsten Tag von den Flossen eine Blase auf einem Zeh … Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube für mich ist das Thema Tauchen abgeschlossen. Vielleicht probiere ich es noch einmal, wenn Felix im Feber nachkommt. Ich habe ihm auch einen Tauchkurs versprochen.

Am Weg zum Sunset in M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Am Weg zum Sunset in M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Einer der schönsten Plätze auf der Insel war das Sunset. Die Bar war auf einer Landzunge gebaut und von allen Seiten kam der Wind. Man konnte auf der einen Seite bis Sihanoukville sehen, was besonders schön war, wenn es schon dunkel war. Dann sah man eine bunte Lichterkette von den vielen Strandlokalen und davor die Lichter der Fischerboote. Auf der anderen Seite sah man zum Ort hin. Es gab eine Plattform mit Polstern und niedrigen Tischen und es gab normale Tische mit Holzbänken. Und dann waren da noch Barhocker und große Korbsessel mit dicken Polstern. Die kühle Brise vertrieb alle Mücken und Moskitos und man konnte hier stundenlang sitzen und lesen, im Internet surfen oder einfach nur vor sich hin dösen. Das Essen war gut und das Gin-Tonic sowieso! Hin und wieder verirrte sich eine von den großen Strandkrabben in die Bar. Dann hieß es Füße einziehen und warten. So eine Aufregung!!

im Blue Quai in M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

im Blue Quai in M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Zum Frühstücken gingen wir entweder ins Blue Quay oder zu Kikis. Das Blue Quay wurde von einer Türkin und ihrem Sohn betrieben. Sie dürfte in Deutschland gelebt haben, weil sie gut Deutsch sprach. Sie erzählte uns, dass sie ausgewandert sei, ihr ihre Kinder dann aber gefolgt sind. Jetzt müsse sie eben wieder arbeiten, damit die Familie leben kann. Das Frühstück hier war ausgezeichnet und auch die Pizza war perfekt. Es gab einen richtigen Holz befeuerten Pizzaofen und auch die richtigen Zutaten. Aber es war relativ teuer – was auch klar ist, Oliven, Schafskäse und Olivenöl gibt es nicht so einfach in Kambodscha. Kikis war ein kambodschanischer Familienbetrieb. Hier arbeiteten alle mit: Die Oma mit dem krummen Rücken machte die Tische sauber und brachte die Speisekarten, die Kinder von ca. 8 Jahren aufwärts servierten und nahmen die Bestellungen auf. Das Essen war hervorragend, die Portionen riesig und die Preise die billigsten, die wir in ganz Kambodscha hatten. Oft teilten wir uns mit Luzie ein Baguette mit Hühnerfleisch und waren dann beide total satt. Man hatte die Füße im Sand und blickte auf das Meer und die „Dorfstrasse“, die gar keine Strasse war. Es war einfach der Weg durch den Sand, auf dem alle entlang kamen. Und hier gab es die besten Fruit-shakes überhaupt!

Abend in M'Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Abend in M’Pai Bay auf Koh Rong Samloem

Direkt vor der Tauchschule, gleich neben dem Pier gab es einen kleinen Strand. Der war ganz in Ordnung und man konnte sich etwas abkühlen. Aber der schönere Strand war etwas weiter weg. Man musste ca. 20 Minuten der Küste entlang gehen. Da gab es dann kleine sandige Buchten unter Bäumen. Man war fast ganz alleine und das Meer war wunderschön.

Schließlich kam der Tag, an dem wir wieder abreisen mussten. Irgendwie passte es genau. Wir waren 8 Tage auf der Insel gewesen und wir haben diese 8 Tage wirklich genossen. Es ist so nett, wenn man doch mitten in einem richtigen Dorf wohnt und dich nach ein paar Tagen schon alle freundlich grüßen und anlächeln. Man fühlt sich fast daheim – vor allem wenn man noch so schön wohnen kann, wie wir! Unser Boot konnten wir im Sunset rück bestätigen und so ging es wieder nach Sihanoukville in die Swiss Villa.

Otres 3 kurz vor dem Regen, Sihanoukville

Otres 3 kurz vor dem Regen, Sihanoukville

Diesmal mieteten wir uns gleich ein Moped bei Peter. Wir wollten die Strände, für die Sihanoukville ja bekannt ist, erkunden. So fuhren wir zum am weitesten entfernten Strand, zum Otres Beach. Es gibt eine asphaltierte Strasse, die in ca. 200 m Entfernung den Strand entlang geht. Und es gibt eine Sandstrasse, die gleich hinter dem Strand verläuft. Auf der letzteren ist Moped fahren nicht so lustig, es ist richtig anstrengend, weil immer wieder ganz weicher Sand da ist. Wir setzten uns mal in ein Strandlokal und tranken was. Das ist total entspannt. Wenn man bei den Lokalen etwas konsumiert, kann man die Strandliegen und Schirme gratis nutzen. Will man etwas trinken, hebt man einfach die Hand – und hofft, dass man gesehen wird. Aber es kommt sowieso von Zeit zu Zeit wer, um zu fragen, ob man etwas will. Der Otres Beach teilt sich in 3 Abschnitte, die durchnummeriert sind. Otres 1 ist der Sihanoukville am nächsten gelegene. Hier gab es immer schon Strandlokale und Strandhütten. Otres 2 ist ein ganz langer Abschnitt ohne Lokale und Unterkünfte. Hier gibt es zwischendurch Hüttchen, Grillplätze und kleine Imbissstände. Sonst gibt es nur Schatten spendende Bäume zwischen denen man gut Hängematten aufhängen kann, und sonst nichts. An der Sandstrasse kommt hin und wieder ein fahrender Verkäufer oder Essensstand vorbei, der bimmelt dann ganz laut, damit alle wissen, dass er da ist. Der Strand ist fast menschen leer.

Otres 3 kurz vor dem Regen, Sihanoukville

Otres 3 kurz vor dem Regen, Sihanoukville

Otres 3 hat wieder Lokale und Resorts. Hier wechseln sich eher teurere, exklusive Anlagen mit einfachen, aber sehr netten Unterkünften und Restaurants ab. Hier haben wir auch einen weiteren Tag im Schatten auf Liegen verbracht und auf das Meer hinaus geschaut. Zwischendurch kommen dann die Strandverkäuferinnen mit Sonnenbrillen, Obst, Armbändchen, Tüchern, Fächern und sonst noch so allerlei. Auch Massage oder Epilieren wird angeboten. Manche von ihnen sind ziemlich hartnäckig, aber ich musste jedes Mal das Lachen zurück halten, wenn sie anfingen: „Open my heart“. Also: öffne mein Herz (statt dein Herz). Das muss ihnen irgendwer falsch beigebracht haben…

Auf der Rückfahrt zur Swiss Villa mussten wir noch tanken und dazu mussten wir in den Ort hinein fahren. Und da stand dann die Polizei und winkte alle Mopedfahrer, die nach Ausländern aussahen herunter. Ob ich meinen Führerschein mit hätte. Nein, den hatte ich natürlich nicht mit, der war in der Villa. Der Polizist holte ein Gesetzbuch, das auch auf Englisch übersetzt war und zeigte mir zwei Paragraphen. Der erste besagte, dass Ausländer, die in Kambodscha ein motorbetriebenes Fahrzeug lenken einen internationalen Führerschein mit sich führen müssen. Der zweite besagte, dass das auf alle Fahrzeuge zutrifft, außer auf Mopeds. Das war ihm scheinbar entgangen, oder lasen das die anderen Opfer nicht? Er sagte jedenfalls, dass das nur für Kambodschaner gelte, und nicht für Ausländer. Nach einigem Hin und Her zeigte er auf eine Tasche aus der die Dollarscheine herausschauten und sagte, ich solle „for principle“ da was rein tun. (Dazu passt dieser Artikel im Southeast Asia Globe Magazin) Also steckte ich 1 Dollar rein und fuhr weiter. Als wir Peter in der Swiss Villa erzählten, was vorgefallen war, musste er lachen. Er sagte, dass das öfter passiert, dass sie aber normaler Weise die Swiss Villa Mopeds in Ruhe lassen, weil er immer wieder eine Kiste Bier spendiert. Es muss wohl wieder ein neuer Polizist da sein.

unser nächtlicher Besucher in der Swiss Villa in Sihanoukville

unser nächtlicher Besucher in der Swiss Villa in Sihanoukville

In der Swiss Villa konnten wir in der Nacht die Fenster offen lassen und den Wind durchblasen lassen. Wir hatten uns ja auf Samloem daran gewöhnt nur mit Ventilator zu schlafen, und fanden es inzwischen viel angenehmer als die AirCon. Allerdings war unsere erste Nacht hier auf diese Weise nicht so angenehm. Wir wurden mitten in der Nacht geweckt, als plötzlich die Hauskatze Kimberly auf unser Bett sprang und sich zu Luzie dazu kuschelte. Wir hatten fast einen Herzinfarkt! Sie muss irgendwie über das Dach in den ersten Stock und über das offene Fenster ins Zimmer gekommen sein. In der nächsten Nacht das selbe Spiel, nur dass diesmal eine nasse Katze kuscheln kam – es regnete nämlich. In der dritten Nacht machten wir nur mehr die Fenster auf, über die wir keinen Besuch erwarten konnten…

Sihanoukville ist nicht wirklich eine Reise wert. Die Inseln davor schon. Wir kehrten der Stadt den Rücken und machten uns per Bus auf den Weg nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Mehr Fotos gibt es hier.